Was blüht denn da? – Die Urban Gardening AG

Text und Fotos: Emily Thoß

Pünktlich zum Frühlingsanfang kann man an mehreren Stellen auf dem Schulgelände bereits eine Vielzahl leuchtend bunter Tulpen und Krokusse bewundern. Kein Wunder, wurden doch teilweise über 1.500 Blumenzwiebeln auf dem Schulgelände eingesetzt. Vor allem in Momenten wie diesen wird einem eigentlich klar, welch‘ großartige Arbeit die Urban Gardening AG leistet. Höchste Zeit also, sich die AG einmal genauer anzuschauen.

Dienstagnachmittag, 14:05 Uhr:

Im Foyer trifft sich die kleine Gruppe mit Frau Lehmann, der Leiterin der AG. Von den vier Mitgliedern sind heute Marta und Luisa dabei, die gemeinsam mit Frau Lehmann die Urban Gardening AG vorstellen. In dem kleinen, seitlich vom Hauptgebäude gelegenen Garten sind neben einer Grünfläche mit einigen bunten Tulpen auch zwei Hochbeete, ein gläserner Geräteschuppen und sogar ein kleines Vogelhaus zu bewundern. Auf dem Boden sind mehrere kleine Beete zu sehen, die die AG-Teilnehmerinnen im Laufe des Nachmittags trotz Hamburger Nieselregen geduldig von Unkraut befreien. Alle sind begeistert und unermüdlich bei der Sache. Auf die Frage, wieso sie sich so aktiv bei der Urban Gardening AG engagiert, erklärt Marta: „Ich finde, es macht Spaß, vor allem, dass man so viel draußen ist. Außerdem ist es eine tolle Beschäftigung und ich mag Pflanzen.“ Luisa ergänzt: „Es ist auch einfach mal ‚was anderes, als wenn man immer drinnen ist und zum Beispiel für die Schule lernt. Hier lernt man etwas Praktisches.“

Der Hauptfokus der AG liegt momentan auf der Teilnahme an dem Schulwettbewerb „Blühende Schulen“ mit dem diesjährigen Thema „Tierisch gut: Pflanzen! – für insektenfreundliche Schulgelände“. Aus diesem Grund konzentriert sich die AG auf den Schutz der Insekten in der Schulumgebung, beispielsweise durch das Anlegen von Beeten mit insektenfreundlichen Wildblumen oder die Planung eines Insektenhotels.

Insgesamt sind die Aufgabengebiete der AG sehr vielfältig: Neben dem Bepflanzen der Beete mit vielen verschiedenen Gemüse- und Blumensamen und dem Unkrautjäten wird auch Müll im Garten gesammelt, der leider immer wieder dort hinterlassen wird. Was einem vor allem in der AG bewusst werde, sei, wie viel Müll produziert und nicht richtig entsorgt werde. Außerdem lerne man darauf zu achten, was regional wachse und wann es Saison habe, erzählen Frau Lehmann und die Schülerinnen.

Angefangen hat alles übrigens bei einem Gespräch auf einer Weihnachtsfeier vor einigen Jahren, wie Herr Drews, der die AG gegründet hat, im Gespräch mit dem Schülerblog erzählt. Zu dem Zeitpunkt hatte sich die Schule um den Titel „Umweltschule“ beworben und die AG sollte eines der beiden geforderten nachhaltigen Projekte darstellen. Neben der Bewerbung als „Umweltschule“ ging es ihm jedoch vor allem darum, „in der Schülerschaft den Sinn dafür zu schaffen beziehungsweise zu stärken, was in der Natur zu welchem Zeitpunkt von statten geht und wie bestimmte Kreisläufe funktionieren. Die Schülerinnen und Schüler sollten lernen, dass man nicht einfach nur einen Samen in den Boden setzt und dass daraus irgendwie eine Pflanze wird, sondern dass ganz viel dahintersteckt.“ Auch das Thema Nachhaltigkeit sollte eine wichtige Rolle spielen und es sollte ein Verständnis dafür geschaffen werden, was beispielsweise die Ausbeutung des Bodens oder eine Überdüngung für Auswirkungen haben können.

Das nächste Mal also, wenn ihr am alten Hausmeistergarten neben dem Schultor vorbeikommt, nehmt euch einen Augenblick Zeit, um die farbenfrohe Blumenpracht zu bestaunen und trotz des teils noch sehr trüben Wetters in Frühlingsstimmung zu kommen.

Und wenn ihr mitmachen wollt, schreibt einfach eine E-Mail an Herrn Nielsen, um euch anzumelden. Eingeladen sind alle Schüler der 5. bis 8. Klasse und die AG freut sich sehr auf Zuwachs!

SuS@ GymEpp