Konferenz ,,Finanzielle Bildung für das Leben‘‘ – ein echter Weckruf oder nur Schein?

Text und Fotos: Moritz Pause

Die Rakete für das ,,Mondfahrprojekt‘‘ der Bundesregierung sei nun gestartet, verkündete Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, freudig, als die Finanzbildungsplattform der Bundesregierung während der zweitägigen Konferenz ,,Finanzielle Bildung für das Leben“ in Berlin online ging. Die Börsenclub AG um Herrn Dr. Schwarzkopf, Leo von Köppen und Moritz Pause war vor Ort.

Dass Finanzbildung entgegen der oft publizierten Darstellung viel mehr als Aktien und Kapitalmärkte umfasst, war den mehr als 500 Teilnehmern der Konferenz von Beginn an klar. Finanzbildung soll auch lehren über Einnahmen, Ausgaben, Schulden etc., mit dem Zweck, alle Mitglieder der Gesellschaft mündig für eigene finanzielle Entscheidungen zu machen und so eigene finanzielle Ziele zu erreichen. Damit ist Finanzbildung die Voraussetzung für den Aufbau und Erhalt von Wohlstand im Erwachsenenalter. Insbesondere bei Mädchen und Menschen mit Migrationshintergrund besteht hier nach verschiedenen Studien besonderer Handlungsbedarf. Genau deshalb muss finanzielle Bildung für jeden zugänglich sein; auch um der größer werdenden ,,Schere“ zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken, die schlussendlich auch zur Polarisierung der Gesellschaft und dem Rechtsdruck, den wir aktuell in Deutschland und Europa erleben, beiträgt. Mit diesen Themen beschäftigte sich die Konferenz ,,Finanzielle Bildung für das Leben“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Finanzen veranstaltet wurde.

Zudem wurde in sieben verschiedenen Workshops intensiv und kontrovers diskutiert, auch über die Finanzbildung für Jugendliche. Die Ergebnisse dieser Workshops fließen in die nationale Finanzbildungsstrategie ein, die laut Dr. Florian Toncer, dem parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Finanzen, im kommenden Jahr fertiggestellt wird. Bis dahin soll und muss die Finanzbildungsplattform der Bundesregierung mit tiefergehenden Informationen angereichert und sortiert werden. Denn aktuell ist diese Plattform laut ersten Testberichten ,,unübersichtlich“. Dennoch ist das Informationsangebot breit gefächert und die Plattform einen Besuch wert. Wer testen möchte: https://www.mitgeldundverstand.de.

Fazit: Die Motivation, Finanzbildung voranzutreiben, ist enorm und ein positives Zeichen für Deutschland. Nun ist es an der Bundesregierung, die Initiative zu ergreifen, konkrete Maßnahmen zu entwickeln und zum Engagement zu motivieren. Finanzbildung – jetzt!

Kurzinterview von Moritz Pause mit Bettina Stark-Watzinger: https://www.youtube.com/shorts/nFkn9_Telko

 

 

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