Bienvenue en France – Frankreichaustausch in Jahrgang 8

Text und Fotos: Yevgeniia Derevianko

24. März

Um 6.50 Uhr startete unsere kleine Austauschgruppe fröhlich am Dammtor Bahnhof. Wir waren eine Gruppe aus 14 Schülern und zwei Lehrerinnen, Frau Burgemeister und Frau Dr. Pilarczyk. Madame Pi hat schon einige Male den Frankreichaustausch begleitet, in Zusammenarbeit mit Madame Suavet, der Deutschlehrerin an der französischen Schule in Pantin. Pantin liegt etwas nordöstlich von Paris und gehört zu der Region Île-de-France.

Wir hatten alle gute Laune und waren ziemlich aufgeregt: Wie wird es in den Gastfamilien sein? Wie ist die französische Schule? Werde ich alles verstehen können? Diese Fragen gingen uns durch den Kopf. Schließlich, nach einer langen Fahrt und drei Stunden Verspätung, kamen wir am Bahnhof von Pantin an. Die Franzosen und ihre Familien haben uns mit Deutschen Flaggen und Plakaten „Bienvenue en France“ herzlich begrüßt. Jeder schnappte sich seinen Austauschpartner (oder wie die Franzosen es nennen „Correspondant“), und es ging nach Hause – schließlich waren wir 13 Stunden unterwegs gewesen und sehr müde. Uns erwartete der erste Abend in den Gastfamilien.

25. März

Am nächsten Morgen haben wir uns wieder alle in der Schule getroffen, zusammen mit unseren Austauschpartnern. Danach ging unsere deutsche Gruppe in einen Klassenraum, um die ersten Eindrücke zu besprechen. Wir haben über die Gastfamilien, Haus oder Wohnung gesprochen, über Dinge, die vielleicht komisch waren am ersten Abend, über das, was wir gegessen hatten und Vieles mehr. Es war interessant, anderen zuzuhören, vor allem, wenn man dieselbe Erfahrung gemacht hatte. Nach diesem Austausch gingen wir zusammen in die Cafeteria, für ein gemeinsames Frühstück mit den Franzosen. Es gab Croissants, Pain au Chocolat und Kakao. Außerdem hat der Schulleiter der Schule sich vorgestellt und eine Rede gehalten. Natürlich haben wir nicht alles verstanden, aber er sagte, dass wir mit offenen Herzen durch den Austausch gehen sollten, neugierig sein, Freunde finden und keine Angst haben sollten, etwas Neues auszuprobieren. Anschließend haben sich noch einige Lehrkräfte vorgestellt. Danach gab es eine kleine Schulführung durch das Collège Lavoisier. Alle haben uns angeschaut, sind zu uns gekommen und wollten mit uns reden, haben etwas gefragt. Es gibt viele verschiedene Klassenräume, einen Schulhof, eine Bücherei, Computerräume, eigentlich alles wie bei uns. Um sich besser kennenzulernen, sowohl untereinander, als auch die anderen Franzosen, haben wir danach einige Gemeinschaftsspiele gespielt, angeleitet von Madame Suavet, die ich schon am Anfang erwähnt habe. Eigentlich war ein Picknick geplant, das jedoch wegen Regen in der Cafeteria stattfinden musste.

Dann fuhren wir zusammen zur Kathedrale Notre-Dame de Paris und konnten sogar hineingehen. Es war wunderschön, die ruhige, geheimnisvolle Atmosphäre, die Gestaltung der Kathedrale. Als nächstes war eine Bootstour auf der Seine geplant. Es hat angefangen stark zu regnen. Aber wir fuhren trotzdem mit dem Boot, hatten gute Laune, und als wir den Eiffelturm gesehen haben, waren wir sehr begeistert. Nass und müde, aber glücklich und voller Erlebnisse kehrten wir zurück nach Hause.

26. März

Gestern hatten wir den Eiffelturm gesehen und heute würden wir ihn besteigen. Doch zuerst erwartete uns ein Unterrichtsbesuch an der Schule. Wir wurden jeweils zu zweit in verschiedene Klassen gesetzt und konnten beim Unterricht zuschauen. Es war sehr spannend zu sehen, wie der Unterricht ablief. Nach dem Unterrichtsbesuch ging es wieder nach Paris – zum Eiffelturm, diesmal ohne die Franzosen. Das Wetter war wieder nicht so gut, es hat sogar gehagelt und geregnet. Wir haben ein wenig gewartet, bis der Regen aufhörte, und tatsächlich war es danach die ganze Zeit sonnig. Auf dem Eiffelturm hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf ganz Paris und allen hat der Besuch sehr gefallen. Natürlich wollten alle in Paris ein bisschen bummeln gehen. Deswegen sind wir dann zu einer der berühmtesten Straßen der Welt gegangen: der Champs-Élysées, bekannt für ihre zahlreichen Geschäfte, die jährlich Tausende Besucher anlocken. Nach dieser kleinen Shoppingtour ging es schon wieder zurück nach Hause.

27. März

Der Besuch des Hôtel de la Marine (Museum und Kulturort) und der Place de la Concord standen an. Im Museum haben wir Kopfhörer bekommen und eine Tour durch die Vergangenheit unternommen, geführt von einem „Geist”, der im Haus spukt. Wunderschöne, prachtvolle Räume ließen uns in die Vergangenheit eintauchen, und es war sehr spannend, etwas über die Geschichte des Hauses zu erfahren. Danach war eine Rallye in Montmartre geplant. Jeweils in Vierergruppen sind wir durch ganz Montmartre gelaufen und mussten verschiedene Rätsel und Fragen beantworten. Die Rallye endete an der Kathedrale Sacre Coer, die wir dann auch von Innen besichtigt haben. Abends haben wir eine Party mit den Gastfamilien in der Schule veranstaltet. Alle haben eine Kleinigkeit zu essen mitgebracht. Es gab Musik und Getränke. Wir haben viel getanzt, gesungen, gespielt und sehr viel Spaß zusammen gehabt.

28. März und 29. März

Das Wochenende konnten wir selbst gestalten. Ob wir uns Zeit für unsere Freunde nehmen oder etwas mit der Gastfamilie unternehmen wollten, war frei unsere Entscheidung. Das Wetter war sehr schön und viele haben Zeit draußen verbracht.

30. März

Wir haben uns wie gewohnt in der Schule getroffen und die Eindrücke vom Wochenende besprochen. Danach hat unsere deutsche Gruppe den Friedhof Père Lachaise besucht. Das ist ein wunderschöner Friedhof mit Tausenden von Gräbern, die teilweise wie kleine Tempel aussehen. Auf dem Friedhof haben wir Grabstätten von berühmten Personen wie Edith Piaf, Oscar Wilde und Jim Morrison gesehen. Danach sind wir im Marais herumgeschlendert, einem Pariser Stadtteil, bekannt für seine Boutiquen und Bars. Manche haben den Place des Vosges besucht, andere sind einfach herumgelaufen und haben etwas eingekauft.

31. März

Der Morgen war sehr rührend und etwas traurig. Wir haben uns von den Gasteltern verabschiedet und selbst ein großes „Merci beaucoup!“ gesagt. Danach sind wir mit unseren Koffern und Austauschschülern zur Schule gegangen und haben noch ein wenig zum Thema „Klischees in Deutschland und Frankreich” gearbeitet. Dann wurden viele Fotos zusammen gemacht. Alle haben sich verabschiedet und umarmt. Wir haben uns ein letztes „Au revoir!” zugerufen, und es ging zum Bahnhof. Danach erwartete uns eine lange Fahrt zurück nach Hamburg, mit einem Umstieg in Karlsruhe. Im Zug haben wir unsere Erfahrungen besprochen, zusammen gelacht und gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Es fühlte sich so an, als ob wir erst gestern auf dem Weg nach Frankreich waren und jetzt fuhren wir zurück mit neuen Eindrücken, Erlebnissen, Erinnerungen. Außerdem haben wir direkt gemerkt, wie stark sich unser Französisch verbessert hatte. Wir hatten ein richtiges Sprachgefühl bekommen, neue Vokabeln gelernt und uns generell mehr getraut, richtig zu sprechen. Am HamburgerHauptbahnhof begrüßten uns unsere Eltern, und alle freuten sich, ihre Familien wiederzusehen.

Der Austausch war eine sehr interessante Erfahrung und eine Bereicherung für das Lernen der französischen Sprache. Und im Juni sind wir dann an der Reihe: Die Franzosen kommen nach Hamburg!!!

SuS@ GymEpp