Börsenclub AG: Fahrt nach Frankfurt am Main zum Thema „Finanzbildung“

Unter der Woche reiste die Börsenclub AG mit 20 Schülerinnen und Schülern in Begleitung von Gesa Einsporn und Dr. Jean-Marie Schwarzkopf nach Frankfurt am Main. Das Programm bot exklusive Einblicke in die Theorie und Praxis der Finanzwelt: Neben dem Geldmuseum der Bundesbank und der EZB standen eine Führung über das Parkett der Frankfurter Börse sowie eine Stadttour durch das Bankenviertel auf dem Plan. Zum Abschluss besuchte die Gruppe die renommierte Frankfurt School of Finance und das Unternehmen PwC, wo die Jugendlichen spannende Fachvorträge erhielten.

 

Frankfurt School

Am ersten Tag in Frankfurt hatten wir die Möglichkeit, die Frankfurt School of Finance and Management zu besuchen. Am beeindruckenden Campus der Universität wurden wir freundlich empfangen und herumgeführt. Dazu durften wir auch in einem offiziellen Hörsaal sitzen und wurden über die Studienmöglichkeiten der Frankfurt School informiert. Die hochrangige Hochschule bietet drei wirtschaftliche Bachelorstudiengänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Danach hatte sich Professor Olaf Stotz für uns Zeit genommen und hielt eine Vorlesung zur privaten Altersvorsorge. Er sprach sich für eine private Altersvorsorge und frühzeitiges Anlegen in ETFs aus. Dabei erläuterte er, dass man als Privatanleger mit einer Investition in breit gestreute ETFs, abzüglich der Kosten, sogar auf eine fast gleiche Rendite wie professionelle Fondsmanager kommen kann. Abschließend hatten wir auch noch die Gelegenheit, in der Mensa der Frankfurt School zu Mittag zu essen und Professor Stotz für unsere Social-Media-Aktivitäten zu interviewen.

       

Geldmuseum der Bundesbank

Gegen Nachmittag besuchten wir das Geldmuseum der Bundesbank. Die Bundesbank ist Teil des Eurosystems und führt in Deutschland die Geldpolitik der EZB aus, sie reicht die Leitzinsen an die Geschäftsbanken weiter und vergibt Kredite. Darüber hinaus gibt sie Bargeld aus und lagert Goldreserven. In unserer Führung lernten wir zunächst über den Ursprung früher Münzen sowie vor allem viel über das Design und die Fälschungssicherheit von Bargeld. Zum Beispiel sind die Gebäude auf Eurobanknoten fiktiv und keine echten Sehenswürdigkeiten Europas, um kein Land zu bevorzugen oder auszuschließen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die gedruckte Unterschrift des EZB-Präsidenten oben links, die sich auf jedem Geldschein befindet. Außerdem lernten wir die folgende Drei-Schritte-Methode kennen, um die Echtheit eines Geldscheins zu prüfen: Am linken und rechten Rand sollte man ein Relief fühlen können, im Gegenlicht sollte ein Wasserzeichen mit einem Porträt der mythologischen Gestalt Europa sichtbar sein, und beim Kippen des Scheins muss sich auf der Smaragdzahl ein Lichtbalken auf und ab bewegen. Zum Schluss durften wir auch noch einen im Museum ausgestellten echten Goldbarren anheben, der momentan knapp unter einer Million Euro wert ist

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EZB

Am Mittwoch gingen wir zu Fuß zur Europäischen Zentralbank (EZB). In diesem Wolkenkratzer wird über die Entwicklung des Leitzinses entschieden, der die Preisstabilität des Euro gewährleisten soll. 21 Länder haben den Euro als Währung, was den Bürgern und Unternehmen dieser Länder viele Vorteile ermöglicht: Im Urlaub bleibt das Zahlungsmittel gleich, und Unternehmen müssen sich beim Handel innerhalb der Eurozone keine Sorgen um Wechselkursrisiken machen. Ganz oben in der Zentralbank entscheiden die Vorsitzenden der Nationalbanken gemeinsam mit Christine Lagarde, der EZB-Präsidentin, über die Entwicklung des Leitzinses. Diese Entscheidungen können Aktien- und Anleihenkurse stark beeinflussen und sind daher streng vertraulich, wie uns erklärt wurde, waren wir einen Tag vor der letzten Zinsanhebung vor Ort.

PwC

Am letzten Tag besuchten wir am Morgen PwC. Tatsächlich arbeitet seit zwei Jahren ein ehemaliger Schüler des Gymnasium Eppendorf dort: Tim Höfert hat 2019 bei uns sein Abitur gemacht und anschließend sein duales Studium an der HSBA mit der Hansetrans Holding GmbH absolviert. Bei PwC wurden wir sehr herzlich von Tim und Dennis Kaufholz begrüßt. Dennis ist seit 13 Jahren bei PwC und seit letztem Jahr Partner. Die beiden gaben uns eine Tour über ihre 48. Etage, die Konferenzetage und die höchste Etage des 185 Towers. Gleichzeitig erhielten wir erste Einblicke in den Alltag als Wirtschaftsprüfer. Sie stellten uns die umfangreichen Aufgabenfelder der Wirtschaftsprüfung vor: Neben der gesetzlichen Bestätigung und Prüfung von Jahresabschlüssen bietet PwC auch Beratung und Gutachten an. Durch die Prüfung kennen sie die Unternehmen von „A bis Z“ und haben somit einen sehr guten und umfassenden Überblick über ihre Mandanten, was eine direkte Beratung nahelegt. Das Interessanteste am Austausch mit Dennis und Tim war es, tiefere Einblicke in den Beruf des Wirtschaftsprüfers zu gewinnen. Sie beantworteten alle unsere Fragen, und wir wissen nun mehr über diesen Beruf, als es uns eine Internetrecherche oder eine Broschüre hätte vermitteln können. Dieser direkte Austausch mit der Finanzbranche ist keine Selbstverständlichkeit, und wir sind sehr dankbar, dass sich Dennis und Tim die Zeit für uns genommen haben. Wir wünschen Tim alles Gute bei seinem Examen zum Wirtschaftsprüfer in zwei Monaten.

Deutsche Börse

Anschließend gingen wir in nur 15 Minuten zu Fuß zur Frankfurter Börse. Dort empfing uns Edda Vogt, die seit 25 Jahren an der Frankfurter Börse arbeitet und als Senior Financial Editor tätig ist. Sie gab uns eine Tour durch das Museum der XETRA und erzählte uns von der Geschichte der Börse. Sie erklärte uns, was ein offenes Orderbuch ist und wie der Aktien-, Anleihen- und Zertifikatehandel an der Börse funktioniert. Sie plädierte dafür, so früh wie möglich Aktien und ETFs zu kaufen, da Zeit ein großer Vorteil ist, den wir als Schüler haben. Zeit allein reicht jedoch nicht, noch wichtiger ist Geduld. Wie uns bereits Professor Stotz erklärt hatte und auch Christoph Röhrl es vor einigen Monaten bei der Podiumsdiskussion an unserer Schule erwähnte, wächst ein Sparplan exponentiell: Je früher man beginnt, desto früher profitiert man vom Zinseszinseffekt. Das Beeindruckende der Führung war einerseits die Frankfurter Börse selbst zu erleben, aber auch Edda kennenzulernen. Wir konnten sehr viel aus ihrer Expertise und ihrer jahrelangen Erfahrung mitnehmen.

Führung durchs Bankenviertel

Zum Abschluss der Reise machten wir eine Führung durch das Bankenviertel. Unsere Tour mit Frau Buggle startete am €-Zeichen vor der EZB. Sie erzählte uns von Frankfurts Geschichte und der historischen Bedeutung der Stadt für die Wirtschaft. Bereits 1150 kamen die ersten Händler zu Frankfurts Messen, um ihre Waren zu verkaufen. Bankgeschäfte wurden damals auf tatsächlichen Sitzbänken abgewickelt, daher stammt der Name „Bank“ für die heutigen Finanzinstitute in den Wolkenkratzern. Im 18. Jahrhundert wurden die ersten Banken gegründet, und Familien wie die Rothschilds etablierten sich von Frankfurt aus in ganz Mitteleuropa. Frau Buggle informierte uns auch über aktuelle Entwicklungen im Viertel: Sie sprach über die permanenten Bauvorhaben und die wechselnden Hochhausmieter. Ein weiteres Problem ist der Platzmangel, viele Unternehmen der Finanzbranche suchen dringend nach Büroflächen im Bankenviertel. Anschließend führte sie uns in die Altstadt und erklärte uns die historischen wirtschaftlichen Strukturen der Marktplätze.

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