Kreative Kurzprojekte der 10a und 10d zu Fred von Hoerschelmanns „Das Schiff Esperanza“
„[S]ieben Leute eingepfercht im Laderaum“ (S. 44) – was in Zeiten fluchtbedingter Migrationsbewegungen wie eine aktuelle Schlagzeile klingt, ist in Wahrheit ein Zitat aus Fred von Hoerschelmanns 1953 erstmalig vom SDR und NWDR ausgestrahlten Hörspiel „Das Schiff Esperanza“. Ebenso aktuell wie dessen grundsätzliche Thematik sind die Fragen, die der Text aufwirft: Was bewegt Menschen zur Flucht, welche Hoffnungen und Wünsche knüpfen sich an den Gedanken einer neuen Heimat, was nehmen Menschen für diese Hoffnungen in Kauf? Aber auch: Welches Motiv verfolgen Menschen, die in illegalen Fluchtsituationen ein lukratives Geschäft wittern? Welches Menschenbild liegt solchen Handlungen zugrunde? Und: Was ist für ein erfülltes Leben wirklich bedeutsam?
Eingebettet in einen Vater-Sohn-Konflikt, in dem der Sohn – zunehmend enttäuscht von einem Vater, den er rückblickend glorifiziert und dessen wahren Charakter er mehr und mehr enttarnt – seinem Vater den Spiegel seiner Handlungen vorhält, wirft die Handlung mit ihrem offenen Ende mehr Fragen auf, als sie klärt. Mit diesen Fragen und den zentralen Geschehensmomenten des Textes haben sich die 10a und die 10d im Rahmen kreativer Kurzprojekte beschäftigt. Ausgewählte Ergebnisse, die von Dialogen zu Leerstellen über Rezensionen bis hin zur eigenständigen Vertonung einzelner Hörspielszenen und eines Poetry Slam-Beitrags reichen, sind hier zu sehen (und zu hören).


