Am Gymnasium Eppendorf fand die alljährliche Borchert-Lesung für die 9. Klassen unter dem Thema „Identitätssuche und Generationserfahrung“ statt.
Neben der Schauspielerin Marion Gretchen Schmitz, die aus Borcherts Werk las, waren auch Vertreter der Borchert-Gesellschaft da, die appellierend vermittelten, wie wichtig die (literarische) Auseinandersetzung mit demokratischen Werten in der heutigen Zeit ist.
Unsere Schülerinnen und Schüler entwarfen tolle Parallelgedichte in Anlehnung an Borcherts „In Hamburg“ und lasen diese eindrücklich vor. Auch tolle musikalische Beiträge am Klavier rundeten die Veranstaltung ab. Eins der Parallelgedichte hier:
In Hamburg
In Hamburg ist der Fluss
Nicht wie in anderen Städten
die sanfte blaue Frau
in Hamburg ist er grau
doch hält bei denen, die ihn sehen
mit Frieden Wacht.
In Hamburg lebt der Fluss
Zu jeder Jahreszeit
und spiegelt Glücke und Freud‘
er fließt, springt und heult
Wenn Hamburg voller Lieblichkeit
Auf wilden Wellen küsst.
In Hamburg kann der Fluss
nicht leise Wogen schlagen
mit schaurig schäumend‘ Schlund
er weiß, dass nicht der Kampf der Wellen
die tief aus seinem Innern klagen
selig stimmen muss.
In Hamburg will mein Fluss
nicht achtsam ohne Ziel
dümpeln und verweilen
Er will nach vorne zum Meere eilen
Macht aus der Kraft ein leichtes Spiel
dass ich zurückkehren muss.


