Das Kunstprofil S4 startete ins neue Semester mit dem Auftakt des Besuchs der Künstler Fernando de Brito und Peter Nikolaus Heikenwälder und Sara Göttelmann von der PArt Foundation/Spiegelberger Stiftung im Unterricht.
Die beiden Hamburger Künstler hatten sich im letzten Jahr umfangreich mit den Fotografien von Heinke-Ursel Lüttschwager beschäftigt, indem sie zu den Arbeiten Lüttschwagers ein dialogisches Ausstellungs- und Buchkonzept entwickelten.
De Brito und Heikenwälder befassen sich eigentlich mehr mit den Medien Zeichnung und Malerei. Für dieses Projekt traten sie ein in einen Dialog mittels Fotografie. Sie fotografierten hierbei nicht neu, sondern wählten Arbeiten aus ihren fotografischen Notizen auf den Smartphones aus dem Alltag der letzten Jahre aus.
Wir befassten uns im Unterricht zunächst mit den Arbeiten Heikenwälders in Analysen der eingesetzten Gestaltungsmittel und erprobten selbst Fotografien in einem fiktiven Dialog zu ihren Arbeiten.
Nachdem wir uns jeweils mit einem eigenen Kunstwerk bei den Künstlern am 14. Januar 2025 vorgestellt hatten, sollten dialogische Verfahren künstlerisch untereinander und miteinander entwickelt werden.
Das war gar nicht so einfach. Was ist ein Dialog? Wer ist wie mit welcher Rolle beteiligt? Sind wir alle gleichberechtigt bei den Entwicklungen und in den Entscheidungen?
Die Zusammenarbeit gestaltete sich sehr unterschiedlich. Lara, Jule und Hannah gelang es, zu dritt eine dialogische Fotoserie zu entwickeln, bei der immer eine Person ein Bild vorgab und die anderen reagierten: „Shift“. Die entstandenen Arbeiten zeigten diesen Wechsel, die Verschiebung, die Veränderung, das Umspringen und manchmal auch einen Richtungswechsel.
Emma und Carla entwickelten, nachdem sie in Eppendorf fotografiert und recherchiert hatten, ein künstlerisches Konzept im Dialog zum Hamburger Hafen „Kiek mol“. Der Fotograf und Filmemacher Detlef Overmann stand Pate.
Fernanda und Marica wählten Orte aus, die sie erforschen wollten und suchten diese zu unterschiedlichen Tageszeiten auf. Zunächst schienen sie andere Perspektiven auf die Orte zu haben, doch in der gemeinsamen Auswahl sahen sie viele Verbindungen und wählten entsprechend aus: „Connections“. Bevorzugte Gestaltungsmittel der beiden sind die Schärfe/Unschärfe und harmonische Komplementärkontraste.
Mit „Point of View“ gelangen Jule und Linda Arbeiten aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, stimmungsvoll schön, aber auch Arbeiten mit viel Augenzwinkern. Als Inspirationsquelle hatten sie die Fotografin Barbara Probst gewählt, die multiperspektivische Sichtweise auf ein Geschehen sollte deutlich werden. Sie betonten, dass Situationen verschiedene Deutungen haben können, wenn wir unseren Blickwinkel ändern.
Enni und Gioia recherchierten in Kindheitsfotos nach ihren Biografien und stellten rückblickend fest, wieviel Übereinstimmungen in ihren Lebensweisen, Orten, die sie besucht hatten und Vorlieben sie bereits vor ihrer Freundschaft hatten. Die Präsentation pointierte die süßliche Stimmung der Bilder in Cover und Musik in „Gioia und Enni“.
Margo setzte sich mit Arbeiten des Filmemachers Alberto Mielgo auseinander. Toxische Beziehungen waren das Thema der Arbeit „‹/3“. Margo inszenierte sich selbst in Fotos ähnlich den Desaster Fotos von Cindy Sherman und überarbeitete die Bilder digital malerisch. Als Präsentation wählte sie ein Video mit unangenehmen Tönen, die diesen dramatischen Verlauf bis zum Mord unterstützten.
„Vergangenheit bewahren“ war ein Thema von Kaja. Sie fand Andreas Feininger als Inspirationsquelle für ihre poetischen Fotografien „Echoes of the sea“. Am Elbstrand inszenierte sie die Muscheln und Schnecken als Relikte von vergangenem Leben skulptural oder architektonisch anmutend.
Joshua ging auch einen Dialog mit sich selbst ein. Er hatte in Rom alte Sgraffitos zum Thema Liebe gefunden. Inspiriert von der Fotografin Annie Leibowitz zeichnetet er traditionell mit Graphit „Couples“.
Die beiden Künstler besuchen am 4. Februar 2025 erneut den Unterricht des Kunstprofils und waren beeindruckt von den Ergebnissen und den souveränen Projektpräsentationen der Schüler:innen.
Zum Abschluss erhielten alle Schüler:innen eine Urkunde der PArt Foundation / Spiegelberger Stiftung von Frau Göttelmann.
So macht „Kunst im Dialog“ große Freude. Vielen Dank.
Das Kunstprofil S4 mit Janina Arlt







































































